Analytical Reviews

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XAU/USD. Kursanalyse und Prognose
14:12 2026-03-13 UTC--4

Am Freitag während der nordamerikanischen Sitzung steht Gold weiter unter Druck und steuert auf den zweiten Wochenverlust in Folge zu. Der starke Anstieg der Ölpreise vor dem Hintergrund des anhaltenden Kriegs zwischen den Vereinigten Staaten und Iran schürt die Inflationssorgen und führt zu einer kräftigen Neubewertung der Zinsperspektiven, was sich ungünstig auf das unverzinsliche Edelmetall auswirkt. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts notiert das Währungspaar XAU/USD nahe der Marke von 5.050 US‑Dollar und bewegt sich damit weiterhin in der etablierten Handelsspanne von 5.000–5.200 US‑Dollar je Feinunze.

Der Krieg im Nahen Osten stört die Ölströme und erhöht die Inflationsrisiken, während die Spannungen in der Straße von Hormus die globalen Energiemärkte weiter erschüttern. Diese Schlüsselroute ist faktisch seit Beginn der US‑israelischen Offensive gegen Teheran durch die Islamischen Revolutionsgarden blockiert. Die International Energy Agency warnt, dass der Konflikt in der Region die größte Angebotsstörung in der Geschichte des globalen Ölmarkts auslöst, während Irans neuer Oberster Führer Mojtaba Khamenei in seiner ersten öffentlichen Rede am Donnerstag erklärte, die Blockade der Straße von Hormus müsse als „Druckmittel gegen den Feind“ aufrechterhalten werden.

Vor diesem Hintergrund befindet sich Gold an einem Scheideweg. Einerseits sorgen anhaltend hohe geopolitische Spannungen für eine Grundnachfrage nach sicheren Häfen und begrenzen damit die Tiefe des Rückgangs. Andererseits dämpfen die Hinwendung zu einem insgesamt restriktiveren Zinspfad und steigende Realrenditen von Staatsanleihen das Aufwärtspotenzial von Gold und halten den Preis in seiner gewohnten Handelsspanne.

Bevor der Konflikt ausbrach, hatten die Märkte für dieses Jahr mindestens zwei Zinssenkungen der Federal Reserve eingepreist. Mit zunehmenden Inflationsrisiken und steigenden Anleiherenditen haben sich die Erwartungen jedoch deutlich verschoben. Anleger gehen nun davon aus, dass die Zinsen unverändert bleiben; laut Bloomberg sind bis Dezember nur noch rund 20 Basispunkte an Lockerung eingepreist.

Zugleich haben die Märkte die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der European Central Bank bis Juli vollständig eingepreist, und auch die Erwartungen sind gestiegen, dass die Bank of England ihre Geldpolitik bis Jahresende straffen könnte. Dies stützt die Renditen von Vermögenswerten in den entwickelten Volkswirtschaften zusätzlich und schmälert die Attraktivität von Gold.

Die nachlassenden Erwartungen an Zinssenkungen der Federal Reserve befeuern die Aufwertung des US‑Dollar und den Anstieg der Anleiherenditen, was den Druck auf das Edelmetall erhöht. Der U.S. Dollar Index, der die US‑Währung gegenüber einem Korb aus sechs wichtigen Devisen abbildet, ist über die psychologische Marke von 100 gestiegen und hat damit den höchsten Stand seit Oktober 2025 erreicht, während die Renditen zehnjähriger US‑Staatsanleihen mit rund 4,25 % nahe einem Fünf‑Wochen‑Hoch verharren.

Die Märkte reagierten auf die jüngsten US‑Makrodaten eher verhalten, da der Fokus der Anleger weiterhin auf der Eskalation des Konflikts im Nahen Osten liegt. Der Kernindex der Verbraucherpreise für persönliche Konsumausgaben (Core Personal Consumption Expenditures, PCE), der bevorzugte Inflationsindikator der Federal Reserve, stieg im Januar im Monatsvergleich um 0,4 % und entsprach damit den Prognosen sowie dem Tempo vom Dezember; im Jahresvergleich lag der Anstieg bei 3,0 % und damit leicht unter den erwarteten 3,1 %, was dem Dezemberwert entspricht. Die zweite Schätzung des US‑BIP für das vierte Quartal weist darauf hin, dass die Wirtschaft im Jahresvergleich um 0,7 % gewachsen ist, nach zuvor geschätzten 1,4 %, was eine Abschwächung der Aktivität vor dem Hintergrund strafferer finanzieller Bedingungen bestätigt.

Aus technischer Sicht wäre bei einem Fall von Gold unter die psychologisch wichtige Marke von 5.000 US‑Dollar die nächste Unterstützungszone der 50‑Tage‑Simple‑Moving‑Average (SMA) im Bereich von 4.950 US‑Dollar. Darunter könnte sich der Rückgang in Richtung 4.840 US‑Dollar beschleunigen. Gelingt hingegen ein Ausbruch über die 20‑Tage‑SMA, würde der runde Bereich um 5.200 US‑Dollar erneut als Widerstand fungieren. Die Oszillatoren im Tageschart liefern gemischte Signale. Unterdessen ist der Relative Strength Index (RSI) in den negativen Bereich gerutscht, was auf eine nachlassende Stärke der Bullen hinweist.

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