Analytical Reviews

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EUR/USD: Überblick für den 14. Juli. Was bringt uns die neue Woche?
21:59 2026-07-13 UTC--4

Das Währungspaar EUR/USD verharrt seit dem vorletzten Freitag faktisch auf der Stelle und bewegt sich in einer Spanne von 1,1391–1,1461. Das bedeutet, wir haben es erneut mit einer niedrigvolatilen Seitwärtsphase zu tun. Damit lässt sich nun eindeutig feststellen, dass Fundamentaldaten, Makroökonomie und Geopolitik entweder ignoriert werden oder faktisch keine Rolle spielen. In der Praxis ist genau das der Fall. In der vergangenen Woche wurde nur ein halbwegs bedeutsamer Bericht veröffentlicht – der ISM-Index für die Geschäftstätigkeit im US-Dienstleistungssektor. Abgesehen von dem formalen Protokoll der Fed gab es keine fundamentalen Ereignisse. Der Markt ignoriert die Geopolitik geradezu verzweifelt, einfach ermüdet von den ständigen „Ausschlägen“ im Nahen Osten.

Zusammengefasst verletzen Iran und die USA in regelmäßigen Abständen die Bedingungen der Waffenruhe, greifen einander an und machen sich anschließend gegenseitig für den Bruch der Feuerpause verantwortlich. Und das war es dann auch schon. Zwischen Teheran und Washington finden zurzeit keinerlei Verhandlungen statt. Für den 11. Juli war zwar ein Treffen zwischen amerikanischen und iranischen Delegationen geplant, das offenkundig nicht stattgefunden hat. Die Positionen Irans und der USA in den Kernfragen sind unverändert geblieben, sodass man sich fragen muss, wozu das Memorandum of Understanding überhaupt nötig war und von welcher „gegenseitigen Verständigung“ hier eigentlich die Rede ist. Seit der Unterzeichnung des Memorandums hat sich die Annäherung an den Frieden in knapp einem Monat keinen Millimeter bewegt. Die Verhandlungen scheitern immer wieder und liegen inzwischen vollkommen auf Eis. Weder Iran noch die USA sind bereit, bei den zentralen Punkten nachzugeben. Wozu also weitere Verhandlungen – oder auch nur der Anschein davon?

Wie bereits erwähnt, reagiert der Markt derzeit jedoch nicht auf geopolitische Entwicklungen. Worauf könnte er in dieser Woche reagieren? Zunächst fällt der heute anstehende US-Inflationsbericht ein. Es wird erwartet, dass die Inflation auf 3,8 %–3,9 % zurückgeht, in der Realität könnte der Wert jedoch deutlich anders ausfallen. Schließlich sind die Ölpreise in den letzten Wochen auf 70–80 US-Dollar pro Barrel gefallen, was eigentlich für eine gewisse Abschwächung des Preisanstiegs spricht. Da die Chancen auf einen langfristigen Frieden im Nahen Osten nun aber wieder gegen null tendieren, wird selbst eine Verlangsamung der Inflation kaum etwas bedeuten.

Wäre der Konflikt tatsächlich gelöst, könnte man mit einem allmählichen Rückgang der Inflation rechnen, ohne dass die Federal Reserve zu drastischen Maßnahmen greifen müsste. Unter den aktuellen Bedingungen ist jedoch nur mit einem leichten Rückgang der Verbraucherpreise zu rechnen, der kaum Auswirkungen auf die übergeordnete Dynamik haben dürfte. Je weiter Iran und die USA also von einer neuen Einigung entfernt sind, desto näher rückt die Fed einer Verschärfung der Geldpolitik.

Sollten wir mit einem neuen Anstieg des Dollar rechnen? Unserer Einschätzung nach ist das möglich, da der Markt weiterhin jede Gelegenheit nutzt, die US-Währung zu kaufen, während Faktoren zugunsten des Euro weitgehend ignoriert werden. Ein neuer Anstieg wäre daher unlogisch, kann aber nicht ausgeschlossen werden. Es sei zudem angemerkt, dass bei einer erneuten Schließung der Straße von Hormus und einem Ausbleiben einer Einigung zwischen Iran und den USA die Inflation nicht nur in den USA, sondern auch in der Europäischen Union hoch bleiben oder weiter steigen dürfte. In der Folge wäre auch die Europäische Zentralbank gezwungen, die Zinsen weiter anzuheben. Die Frage ist nur, ob der Markt diesen Faktor berücksichtigen wird.

Die durchschnittliche Volatilität des Währungspaares EUR/USD lag in den letzten fünf Handelstagen mit Stand 14. Juli bei 45 Pips und wird als „niedrig“ eingestuft. Wir erwarten, dass sich das Paar am Dienstag in einer Spanne zwischen 1,1356 und 1,1446 bewegt. Der obere lineare Regressionskanal ist abwärts gerichtet, was auf die Fortsetzung des Abwärtstrends hindeutet. Der CCI-Indikator ist in den überverkauften Bereich eingetreten und hat zwei „bullische“ Divergenzen ausgebildet, die auf ein mögliches Ende des Abwärtstrends hinweisen.

Nächste Unterstützungszonen:

  • S1 – 1,1353
  • S2 – 1,1292
  • S3 – 1,1230

Nächste Widerstandszonen:

  • R1 – 1,1414
  • R2 – 1,1475
  • R3 – 1,1536

Handelsempfehlungen:

Das Währungspaar EUR/USD befindet sich weiterhin in einem Abwärtstrend, vermutlich einer Korrektur innerhalb eines übergeordneten Aufwärtstrends, was auf dem Tages- oder Wochentimeframe deutlich erkennbar ist. Das globale fundamentale Umfeld für den Dollar bleibt negativ, doch im Jahr 2026 haben zunächst die Geopolitik und anschließend der Hawkish-Ton der Fed dem US-Dollar starke Unterstützung verschafft. Solange sich der Kurs unter dem gleitenden Durchschnitt befindet, sollten Short-Positionen mit Kurszielen bei 1,1353 und 1,1292 in Betracht gezogen werden. Oberhalb der Linie des gleitenden Durchschnitts kommen Long-Positionen mit Zielen bei 1,1475 und 1,1536 in Frage. Die Bären sind derzeit ohne ersichtlichen Grund ausgesprochen stark.

Anmerkungen zu den Abbildungen:

  • Lineare Regressionskanäle helfen, den aktuellen Trend zu bestimmen. Wenn beide in dieselbe Richtung zeigen, ist der Trend derzeit stark.
  • Die Linie des gleitenden Durchschnitts (Einstellungen 20,0, geglättet) bestimmt den kurzfristigen Trend und die Richtung, in die gehandelt werden sollte.
  • Murray-Level dienen als Zielmarken für Bewegungen und Korrekturen.
  • Volatilitätsniveaus (rote Linien) zeigen auf Basis der aktuellen Volatilitätsindikatoren den wahrscheinlichen Preiskanal an, in dem sich das Paar in den kommenden Tagen bewegen wird.
  • Wenn der CCI-Indikator in den überverkauften Bereich (unter -250) oder in den überkauften Bereich (über +250) eintritt, deutet dies darauf hin, dass eine Trendumkehr in die Gegenrichtung näher rückt.

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